Basel Christmas Festival
WGM Elif Mehmed mischte das Feld auf
Im Masters Open des Christmas Festivals im Hotel «Mövenpick» in Basel, das stark besetzt war und mit 90 Spieler(inne)n gleich 25 mehr als im Jahr zuvor am Start sah, feierten die Franzosen einen Doppelsieg. Allerdings nicht in der Reihenfolge, die ge- mäss Startrangliste zu vermuten war. Denn nicht der favorisierte GM Maxime Lagarde – der sich zuerst für das Zürcher Weih- nachts-Open anmeldete, sich dann aber seinen Landsleuten in Basel anschloss – holte das erste Preisgeld, sondern der als Num- mer 4 gesetzte GM Matthieu Cornette.
Dieser totalisierte als Einzi- ger 71⁄2 Punkte aus neun Run- den. Cornette blieb ungeschla- gen und remisierte gegen den einen halben Punkt Rückstandaufweisenden Lagarde (2.), den ebenfalls 7 aus 9 buchenden GM Boris Schatalbaschew (Dä/3.) und FM Celik Citak (Tür/6/8.). Lagarde und Schatalbaschew re- misierten einmal mehr – beide gegen nicht in den Top Ten klas- sierte FIDE-Meister: Lagarde gegen den Norweger Maxime Nicolai Ostensen (11.), Schatal- baschew gegen den Deutschen Keyvan Farokhi (17.).
Gleich hinter dem Siegertrio landete die Überraschungsfrau des Turniers. WGM Elif Meh- med wurde als Startnummer 19 mit 61⁄2 Punkten Vierte und da- mit ebenso wie der türkische FM Selim Citak (8. mit 6 Punkten) mit einer IM-Norm belohnt. Die 21-jährige Serbin verlor nur gegen Ostensen und remisierte gegen Lagarde und Schatalbaschew, was beiden den Turnier- sieg kostete.
Das Siegertrio des Masters Opens in Basel (von links): GM Maxime Lagarde (2.), GM Matthieu Cornette (1.) und GM Boris Schatalbaschew (3.).
Gleich hinter dem Siegertrio landete die Überraschungsfrau des Turniers. WGM Elif Meh- med wurde als Startnummer 19 mit 61⁄2 Punkten Vierte und da- mit ebenso wie der türkische FM Selim Citak (8. mit 6 Punkten) mit einer IM-Norm belohnt. Die 21-jährige Serbin verlor nur gegen Ostensen und remisierte gegen Lagarde und Schatalbaschew, was beiden den Turnier- sieg kostete.
Der 14-jährige FM Colin Federer war im Masters Open bester Schweizer: 19. als Startnummer 39.
Direkt hinter Mehmed klas- sierten sich mit ebenfalls 61⁄2 Punkten der für das Schweizer Juniorenkader spielende ukraini- schen IM Teimur Toktomushev (Grand-Lancy/Nr. 6) und der als Nummer 2 gesetzte französische GM Sébastien Mazé. Toktomu- shev musste sich nur Lagarde ge- schlagen geben. Mazé verlor ge- gen zwei Aussenseiter(innen): in der Startrunde sensationell gegen die israelische WIM/FM Dana Kochavi (Nr. 46/39.) und da- nach auch noch gegen Farokhi.Bester Schweizer war der für die SG Winterthur spielende Ju- nior FM Colin Federer (Wallisel- len), der als Startnummer 39 auf Platz 19 vorrückte. Der 14-Jäh- rige holte 51⁄2 Punkte, übertraf mit einer ELO-Performance von 2377 sein eigenes Rating um 161 und gewann 40 Punkte.
Auch die nächstbesten Schweizer machten einen gros- sen Sprung nach vorne: FM Kaspar Kappeler (Basel/51⁄2) von 49 auf 21, Simon Schellenberg (Pfäffikon ZH/51⁄2) von 33 auf 22 und Gabriel Fernandez Bar- bosa Dos Santos (Moutier/5) von 35 auf 23.
Im Experts Open (86 Teil- nehmende/neun weniger als im Vorjahr) belegten mit Jonas Christian Hecht (D/Nr. 3) und FM Sergejs Gromovs (It/Nr. 1) zwei zu den Favoriten zählende Ausländer mit jeweils 6 aus 7 die beiden ersten Plätze. Sie remi- sierten im direkten Duel.
Shooting Star des Turniers war jedoch der erst 15-jährige Junior Alpgiray Aksoy, der als Startnummer 64 mit 51⁄2 Punk- ten Dritter wurde. Der 13-jäh- rige Türke gab nur gegen die beiden Erstplatzierten Punkte ab (Remis gegen Hecht, Niederlage gegen Gromovs), übertraf mit seiner ELO-Performance sein eigenes Rating um nicht weni- ger als 543 (!) und machte 179 Punkte wett.
Auch der mit ebenfalls 51⁄2 Punkten (drei Remis) als bester Schweizer auf Rang 4 landen-renleiter des Schachklubs Olten erzielte ELO-Performance von 2128 – 150 Punkte über seinem eigenen Rating. de Shiivesh Malli machte als Startnummer 14 einen grossen Sprung nach vorne.
«Ich bin sehr zufrieden»
ma. 25 Spieler(innen) mehr im Masters Open als im Vorjahr – kein Wunder, zog Claudio Boschetti, Direktor des Basel Christmas Festivals, eine rund- um positive Bilanz. «Ich bin sehr zufrieden und freue mich insbesondere über die beiden IM-Normen von Elif Mehmed und Selim Citak. Ein kleiner Wermutstropfen ist einzig, dass es nur wenige Schweizer Spit- zenspieler(innen) am Start wa- ren.»Dass es im Experts Open etwas weniger Teilnehmende als auch schon hatte, führteBoschetti auf das knapp zwei Wochen später ebenfalls im Hotel «Mövenpick» stattfin- dende dritte Quali-Turnier zur U10/U12/U14/U16/U18- Meisterschaft zurück. «Zwei siebenrundige Turniere inner- halb so kurzer Zeit war für ei- nige wohl zu viel des Guten.»Mitte Mai stehen dann das «Mövenpick» und Claudio Bo- schetti und wiederum im Ram- penlicht, wenn erstmals im Basler Vier-Sterne-Hotel das Bundesturnier über die Bühne geht (siehe Editorial und Aus- schreibung auf Seite 12)


