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Weltmeisterin und Weltmeister Ekaterina Schestakowa und Danila Pawlow
Problemschach
World Chess Solving Championship 2026
An der Löseweltmeisterschaft 2026 wurde Deutschland Team-Weltmeister, Danila Pawlow Weltmeister und Ekaterina Schestakowa Weltmeisterin.
Roland Ott
Die 49. Weltmeisterschaft im Lösen von Schachproblemen (WCSC) fand am 11./12. August während des jährlichen Weltkongresses für Schachkomposition im deutschen Magdeburg statt. Die Gastgeber trumpften für die Teamwertung gross auf und gewannen äusserst knapp vor den favorisierten Polen, die im Vorjahr Weltmeister geworden waren – dies bei gleicher Punktzahl, aber mit fast einer Stunde weniger Gesamtlösezeit.
Bereits zum vierten Mal Weltmeister der Einzelwertung wurde der 23-jährige Russe Danila Pawlow – erneut mit einem 100-Prozent-Resultat! Der WM-Titel bei den Damen ging an die 22-jährige Russin Ekaterina Schestakowa, die damit die Titel FIDE Solving Master und Women International Solving Master schaffte.
Senioren-Weltmeister wurde zum zweiten Mal nach 2025 der Deutsche Arno Zude, der sich mit dem 3. Gesamtrang auch einen Podestplatz sicherte. WM-Gold bei den Junioren gewann zum ersten Mal der 20-jährige Russe Ural Chasanow.
Die Schweizer Delegation in Magdeburg musste sich mit Plätzen im Mittelfeld begnügen. Am besten löste Igor Yarmonov mit dem 40. Rang von 100 Teilnehmenden – vor Roland Ott mit gleich vielen Punkten, aber fast einer halben Stunde mehr Lösezeit. Das Schweizer Team mit Roland Baier, Thomas Maeder und Roland Ott erzielte den 15. Rang unter 18 Mannschaften.
Am Tag vor der Weltmeisterschaft fand das Offene Lösungsturnier statt, das jeweils letzte Turnier des laufenden Zyklus des Weltcups. Sieger wurde mit einem 100-Prozent-Resultat und zehn Minuten Zeitvorsprung der Belgier Eddy Van Beers vor den ebenfalls punktgleichen Russen Ural Chasanow und Danila Pawlow sowie dem Ukrainer Taras Rudenko. Bester Schweizer wurde Roland Baier als 27. unter 114 Teilnehmenden – vor Roland Ott (42.) und Thomas Maeder (43./44.).
Mit seinem Sieg holte Van Beers den Rückstand auf Pawlow in der Weltcupwertung 2025/2026 nicht auf und konnte damit seinen Weltcuptitel nicht verteidigen, so dass Pawlow auch Weltcupsieger wurde.
Glanzlicht beim Kongress war aus Schweizer Sicht der 1. Preis von Dieter Werner, zusammen mit dem Deutschen Ralf Krätschmer, beim 9. Rumänischen Kompositionsturnier «Murfatlar», bei dem die beiden Komponisten zusammen auch den 5. Preis gewannen.
Beim Schlussbankett des Kongresses wurde Thomas Maeder für seinen herausragenden Beitrag als Mitglied des Popeye-Teams, das Open-Source-Software entwickelt, die verschiedene Arten der Schachkomposition unterstützt, mit dem «WFCC Dawson White Award» geehrt. Dieser wurde 2026 ins Leben gerufen, um herausragende Beiträge zur Welt der Schachkomposition zu würdigen.
Das Schweizer Team (von links): Thomas Maeder, Roland Baier, Roland Ott. (Foto: Franziska Iseli)
Detaillierte Resultate und Berichte finden Sie auf der Website der World Federation for Chess Composition (WFCC) und dem WFCC Solving Portal.
Problemauswahl der Löseturniere von Magdeburg
Die ersten beiden Aufgaben stammen vom grossartigen indonesischen Problemkomponisten Touw Hian Bwee, der im Dezember letzten Jahres verstorben ist.
Roland Ott

1 Touw Hian Bwee (Indo)
Neue Zürcher Zeitung 1980, 1. Preis 1979–1980
Matt in 2 Zügen

2 Touw Hian Bwee (Indo)
British Chess Federation 1974,
1. ehrende Erwähnung 1974-1975
Matt in 3 Zügen

3 Manfred Zucker (D)
«Schach» 1984, 1. Preis
Matt in 7 Zügen

4 Juri Belokon (Ukr)
The Problemist 1990
Hilfsmatt in 4 Zügen
3 Lösungen
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