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SEM in Grächen – Meisterturnier
IM Roland Lötscher bester Schweizer
Im SEM-Meisterturnier interessierten primär zwei Duelle – das eine um den Turniersieg, das andere um den besten Schweizer.
Markus Angst
Die beiden Protagonisten im Kampf um den Turniersieg waren die zwei einzigen Grossmeister im 40-köpfigen Feld, der Holländer Thomas Beerdsen (Ho) und der 99 ELO weniger aufweisende Serbe Mihajlo Stojanovic, der in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) seit vielen Jahren für den Zürcher Nationalliga-A-Verein ASK Réti spielt. Als Stojanovic in der 4. Runde den Spitzenkampf mit Schwarz gewann und seinen gefährlichsten Kontrahenten um einen Punkt distanzierte, sah vieles nach einem lockeren Einlauf des 49-jährigen Osteuropäers aus.
Doch daraus wurde nichts. Denn Stojanovic remisierte in der Folge – ebenso wie der 22 Jahre jüngere Beerdsen – nicht nur gegen als Nummer 3 gesetzten IM Roland Lötscher, sondern in den beiden letzten Runden auch noch gegen die beiden Wollishofen-Junioren Mihaly Köhalmi-Szabo (Adliswil) und FM Jan Saminskij (Zürich). Das erlaubte es Beerdsen, zu Stojanovic aufzuschliessen. Letztlich entschied bei je 7½ Punkten aus neun Runden ein halbes Buchholz-Pünktlein zugunsten von Stojanovic.
Frage Nummer 2 lautete: Wer wird bester Schweizer und spielt damit 2027 in Disentis im Herren-Titelturnier? Auch in diesem Rennen gab es mit dem 44-jährigen Routinier Lötscher und dem 31 Jahre jüngeren U14-Meister Saminskij (Startnummer 4) zwei klare Favoriten. Den Ausschlag gab hier jedoch nicht der (Zufalls-)Faktor Buchholz, sondern ein halber Punkt mehr – 6½ vs. 6 – auf dem Konto von Lötscher. Während er als Turnierdritter ungeschlagen blieb, verlor Saminskij (4.) gegen Beerdsen. Die direkte Begegnung in der 4. Runde ging unentschieden aus.
Punktgleich mit seinem Klubkollegen Saminskij, jedoch mit einem grossen Buchholz-Rückstand, belegte Köhalmi-Szabo als Startnummer 9 den ausgezeichneten 5. Platz. Auch der in Klingnau wohnhafte ukrainische Junior Artem Gontsul machte mit 5½ Punkten einen beachtlichen Sprung von 11 auf 6 – wie auch der Tessiner Junior Pietro De Lellis (Cagiallo), der mit 5 Punkten gar vom Startplatz 35 auf Rang 14 vorrückte.
GM Mihajlo Stojanovic (links) entriss GM Thomas Beerdsen den Turniersieg dank eines halben Buchholz-Punkts Vorsprung.
Der 15-jährige Mihaly Köhalmi-Szabo belegte als Startnummer 9 den ausgezeichneten 5. Platz.
Die Top Ten des Meisterturniers
1. GM Mihajlo Stojanovic (Ser) 7½ aus 9 (49½).
2. GM Thomas Beerdsen (Ho) 7½ (49).
3. IM Roland Lötscher (Brugg) 6½.
4. FM Jan Saminskij (Zürich) 6 (50½).
5. Mihaly Köhalmi-Szabo (Adliswil) 6 (41).
6. Artem Gontsul (Klingnau) 5½ (47½).
7. WGM Viktoria Radewa (Bul) 5½ (44).
8. Emanuel Angelovski (Zürich) 5½ (41).
9. David Schmelowszky (Un) 5 (46½).
10. Sylvain Carré (Fr) 5 (44½).
– 40 Teilnehmende.
GM Thomas Beerdsen (Ho) – GM Mihajlo Stojanovic (Ser)
Französisch (C02)
Analysen: Markus Regez
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